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Mindset

Plädoyer eines Lesefans

Eigentlich wollte ich ja einfach nur ein paar Buchtipps posten – einige unserer Piraten fragen während der Webinare nämlich gerne mal danach. Und, Hand aufs Herz, mir blutet schon jedes Mal ein bisschen mein Leseratten-Herz, wenn jemand sagt, dass Bücher nicht so seins sind. No offense – jeder wie er mag. Aber trotzdem. Schade. Denn –

„ein gutes Buch ist wie ein Garten, den man in der Tasche trägt“

Nicht von mir, aber ein Zitat, das ich sehr zutreffend finde. Corona lässt vielleicht auch das noch ein bisschen spürbarer werden als sonst.

Wie auch immer – seit frühester Kindheit LIEBE ich es zu lesen. Bücher zu lesen. Nicht Magazine oder Zeitschriften (schon auch aber) nein, Bücher. Gern auch richtige Schinken. Allerdings am liebsten als Taschenbuch – Hardcover ist mir zu unbequem und sperrig. Und analog – ich sitze so viel vor meinem Rechner, da bin ich schlicht für jede kleine OFFLINE Lese(aus)zeit dankbar.

Wieso ist das so? Vermutlich weil ich das riesige Glück hatte, nicht nur Eltern sondern auch gegenüber wohnende Großeltern UND Urgroßeltern zu haben, die mir regelmäßig und ausgiebig vorlasen. Ich erinnere mich tatsächlich noch immer ganz genau: ich sitze als vierjähriger Knirps auf dem dunkelgrünen Sofa in der Küche meiner Urgroßeltern und konnte es (gespannt zuhörend) kaum abwarten, endlich selbst lesen zu können. Diese kryptischen Zeichen entziffern zu können. Sofort. Ohne dass jemand Zeit haben muss für mich. Oder dann aufhört, wenn es gerade am spannendsten ist.

Alles begann mit Grimms Märchen. Ich weiß es noch wie gestern:

die „nur mit Buchstaben“-Seiten waren doof und sobald Oma oder Opa umblätterten auf eine Seite mit Illustration, freute ich mich wie ein Schneekönig.


Naja, und dann ging es los – ich verschlang alles, was mir in die Finger kam.

Klassiker meiner Kindheit wie Astrid Lindgrens „Die Kinder von Bullerbü“, „Die kleine Hexe“ von Preussler, Dickens „Oliver Twist“, Erich Kästners „Emil und die Detektive“ oder „Der kleine Mann“ und Mark Twain’s „Tom Sawyer“ und „Huckleberry Finn“ stehen heute noch in meinem Regal – ich brachte es nie übers Herz, sie wegzugeben. Und glaubt mir, ich bin schon sehr oft umgezogen…

In dem kleinen Ort, in den wir ein wenig später zogen, gab es einen Bücherbus, der einmal in der Woche kam – ich las und las und las. Selbst Simmel und andere „Schätze“ aus dem Wohnzimmerregal meiner Eltern waren nicht sicher vor mir. Gibt es auch heute noch „Reclam-Hefte“ in der Schule? Für mich waren sie damals auch abseits von zum Teil mühsamer „Pflichtlektüre für Deutsch“ eine geniale Möglichkeit, all-Time Klassiker der Weltliteratur für sehr kleines Geld zu lesen: Shakespeare, Goethe, Schiller, Lessing… Außerdem nahmen sie wenig Platz weg auf Reisen. Ok, fair enough, dieses Problem hat man mit E-Book eh nicht mehr…:) Wobei – siehe oben. Aber egal.

Später verschlang ich dann französische (Camus, Flaubert, Montesquieu, Sartre…), russische (Dostojewski, Tolstoi, Aitmatow…) und englische (Dickens, Eyre, Brontë…) Klassiker rauf und runter – es gibt so viele unfassbar tolle Bücher, ganze Welten tun sich auf, ernsthaft. Allerdings – damit hier kein falscher Eindruck entsteht – ich las auch Bukowski, Stephen King (Omg – bei „Es“ brauchte ich vor dem Schlafengehen immer ein paar Seiten anderer Lektüre, so spannend fand ich das damals…”The Shining” – großartig, ob man den Film kennt oder nicht) oder andere Bücher schlicht und einfach nur zur Unterhaltung, Krimis oder Liebesschnulzen. Quer Beet. Manchmal auch umso banaler, je mehr ich im Studium oder Job gefordert war…

Vielleicht liebt der ein oder andere von euch ebenfalls Science Fiction Filme? Dann könnten euch z. B. Werke von Stanislav Lem, Philip K. Dick oder Douglas Adams wirklich gut gefallen. Und Hörbücher könnten ein guter Start sein, wenn man lesefaul ist…?

Wer keine Lust hat, zu lesen – ok. Ich möchte hier niemanden bekehren (obwohl…;). Sollte jemand aber auch nur das leiseste theoretische Interesse haben, nur noch keinen guten Einstieg gefunden haben: versucht es doch mal mit J. D. Salingers „Der Fänger im Roggen“ oder Wolfgang Herrndorfs „Tschick“ (keine Sorge oder falsche Hoffnungen – hat nix mit dem österreichischen Wort für Zigarette zu tun…). Lassen sich extrem gut lesen und haben viel zu sagen. Oder auch Joachim Meyerhoff – seeehr unterhaltsam und kurzweilig.

Um den Bogen zu Moonshot Pirates und unseren Themen zu schlagen – bzw. unserer neuen Rubrik „Lieblingsbücher, Podcasts, Artikel“: hier ein paar meiner „Best reads“, die in Richtung Mindset und Business Life gehen:

  1. John Strelecky & Bettina Lemke – Big Five for Live: Was wirklich zählt im Leben (wie toll – Tom Hillebrand hat es gerade in seinem Webinar erwähnt, yay)
  2. Reinhard K. Sprenger – Radikal Digital (Für euch als Digital Native dürfte vieles glasklar sein, aber vielleicht nicht ganz uninteressant für euch zu wissen, was Digitalisierung für ältere Semester – eure Eltern, Lehrer, Chefs – an Herausforderungen, Neuigkeiten und Chancen bereit hält)
  3. Yuval Noah Harari – Kurze Geschichte der Menschheit
  4. Yuval Noah Harari – Homo Deus
  5. Yuval Noah Harari – 21 Lektionen für das 21. Jahrhundert (wurden gefühlt 50x in meinem Lieblingspodcast #OTWTNW genannt – und jaaa, absolut lesenswert)
  6. Stephen R. Covey – Die 7 Wege zur Effektivität
  7. Jack Trout – The power of simplicity
  8. Richard Templar – The rules of Life
  9. Richard Templar – The rules of Work
  10. Richard Templar – The rules of Management (all diese Bücher haben mir schon sehr früh viele gute Tipps mit auf den Weg gegeben – und Covey taucht ebenfalls bei vielen als Empfehlung auf – go for it!)
  11. Robin Dunbar – Klatsch und Tratsch Warum Frauen die Sprache erfanden (toll geschriebenes Fachbuch, das nicht nur von Yuval Noah Harari des öfteren zitiert wird – sehr lesenswert und augenöffnend!)
  12. Manfred Spitzer – Digitale Demenz (sehr kritisch aber m. E. EXTREM wichtig zu wissen – eines seiner neueren Bücher liegt schon hier, habe ich aber noch nicht gelesen…)
  13. Robin S. Sharma – Der Mönch, der seinen Ferrari verkaufte: Eine Parabel vom Glück (hätte mir das Buch nie gekauft bei dem Titel – war aber eine Empfehlung eines sehr klugen Menschen – ich habs gelesen und war ziemlich beeindruckt)
  14. Walter Isaacson – Steve Jobs (als Markenmensch mit großer Affinität für gutes Design, gnadenloser Kundenperspektive und Liebe zum Detail sehe ich in Steve Jobs jemanden, der nicht alles aber sehr vieles sehr richtig gemacht hat – wer wissen will, wieso Apple so (lange so) erfolgreich ist (bzw. war), sollte diese Biographie lesen)
  15. Viktor E. Frankl – …trotzdem Ja zum Leben sagen: Ein Psychologe erlebt das Konzentrationslager (Klassiker bei vielen Buchtipplisten – und jaaa, man kann viel daraus lernen)

Und jetzt noch ein paar Lieblingsschriftsteller mit beispielhaften Werken – es gehen aber auch (mehr oder weniger) alle anderen von ihnen. Frei von der Leber weg – fürs reine Lesevergnügen – ohne Bildungsanspruch (außer für den Wortschatz, natürlich):

  1. T. C. Boyle – América
  2. Dave Eggers – The Circle
  3. J. D. Salinger – Der Fänger im Roggen
  4. J.R.R. Tolkien – Der Herr der Ringe
  5. Joanne K. Rowling – Harry Potter (unbedingt im Original!)
  6. Douglas Adams – Die letzten ihrer Art
  7. Haruki Murakami – Naokos Lächeln

Enjoy – vielleicht konnte ich ein wenig Lust aufs Lesen machen.

Freue mich auf Feedbacks, Ergänzungen, Anregungen und / oder Fragen.

Und eine GROSSE Bitte: unterstützt doch einen Buchhändler in eurer Nähe – die meisten haben inzwischen auch Online-Shops (und ab jetzt sicher erst recht…) – Danke!

Alles Liebe

Caro

Wer mag, erreicht mich via Linkedin oder, ganz oldschool, per Mail


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